Wer erfand das Elektronenmikroskop?

Das erste Elektronenmikroskop wurde 1933 von Ernst Ruska (geboren 1906) konstruiert. Er studierte Elektrotechnik an der Technischen Hochschule in München und später in Berlin, wo er begann, sich mit Vakuumtechnologie zu beschäftigen. Sein Interesse galt aber auch damals schon der theoretischen und experimentellen Arbeit am optischen Verhalten von Elektronenstrahlen.

Hans Busch, der seit 1921 Professor an der Universität Jena war, hatte die erste Magnetlinse entwickelt. Er entdeckte, dass das Magnetfeld einer Spule einen Elektronenstrahl fokussieren kann. Mit diesem Thema beschäftigte sich Ernst Ruska in den Jahren 1928 und 1929. Während dieser Zeit erkannte er, dass man die Brennweite dieser Linse durch die Verwendung eines Polschuhs verkürzen kann.

1933 nahm er ein Elektronenmikroskop (vom Typ TEM) in Betrieb, das er zusammen mit Max Knoll konstruiert hatte. Es zeigte sofort eine bessere Auflösung als jedes Lichtmikroskop. Diese Säule blieb für mehr als vierzig Jahre der Prototyp eines Elektronenmikroskops. Weiterentwicklungen betrafen vor allem die mechanische und elektrische Stabilität sowie die Abschirmung vor elektromagnetischen Störfeldern.

Das erste kommerziell erhältliche TEM wurde ebenso von Ruska entwickelt (1938, Siemens). Das erste Rasterelektronenmikroskop (SEM) gab es 1942. Diese Verspätung resultiert daraus, dass man eine Elektronik benötigte, die den Strahl über die Probe rastern konnte. Es war erst 1965 kommerziell erhältlich.

Für seine Errungenschaften auf dem Gebiet der Elektronenoptik erhielt Ernst Ruska den Nobelpreis für Physik zusammen mit G. Binnig and H. Rohrer.

Als Ehrung seiner Arbeiten in der Elektronenoptik wurde der Ernst Ruska Preis der deutschen Gesellschaft für Elektronenoptik und ein Forschungszentrum in Jülich, das Ernst Ruska Center nach ihm benannt.

Ausführliche Informationen über sein Leben und Wirken finden Sie auf dieser Webseite.


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